Moduldiebstahl in Solarparks ist heutzutage keine Seltenheit. Ein Zaun mit Übersteigschutz stellt für Diebe oft nur ein sehr geringes Hindernis dar. Große Solarparks befinden sich in aller Regel abseits von beleuchteten Straßen und Wohnorten, so dass Diebstähle mitunter ungestört durchgeführt werden können. Genau davor müssen sich Anlagenbetreiber mit intelligenten Überwachungssystemen und kurzen Reaktionszeiten schützen.

Dass die Zahl der Moduldiebstähle in der jüngeren Vergangenheit zugenommen hat, ist unter anderem auf die nach wie vor anhaltende Konsolidierung des weltweiten PV-Markts zurückzuführen: Für viele der in den letzten zehn Jahren errichteten Solarparks kamen Solarmodule zum Einsatz, die heute am Markt nicht mehr verfügbar sind – etwa weil der Hersteller von der Bildfläche verschwunden ist. Die Nachfrage für solche Module schafft einen Markt für organisiertes Verbrechen: Beauftragte Diebe klauen nicht zufällig hier und dort ein paar Solarmodule, sondern rücken nicht selten in Nacht- und Nebelaktionen mit Transportern und dem richtigen Werkzeug an, um mehrere hundert Module aus gezielt ausgewählten Solarparks zu entwenden. Für die Betreiber bleibt vor allem eins: Ertragsausfälle, ein hoher administrativer Aufwand und natürlich die Frage nach der Beschaffung von Ersatz.

Um dem vorzubeugen, lohnt sich die Investition in ein Überwachungssystem, gerade da, wo Solarparks für Diebe leicht zugänglich sind. „Natürlich muss man das Risiko und wirtschaftliche Faktoren abwägen, bevor man in ein Überwachungssystem investiert“, gibt Thomas Kercher, Geschäftsführer von PFALZSOLAR, zu bedenken. „Nicht an jedem Standort ist das unbedingt erforderlich. Aber es gibt nun mal Solarparks, die mehr gefährdet sind als andere und dort zahlt sich eine solche Investition langfristig aus. Gerade beim Neubau von Solarkraftwerken wägen wir die Standortbedingungen gemeinsam mit den Investoren genau ab und entscheiden, ob und in welchem Umfang beispielsweise eine Kameraüberwachung sinnvoll ist.“

Vor dem Hintergrund zunehmender Diebstähle steigt die Nachfrage von Solarpark-Betreibern speziell nach Kamera- und anderen Überwachungssystemen. Ein solches System hat PFALZSOLAR kürzlich für einen Solarpark der Südeifel Strom e.G., eine Energiegenossenschaft aus Dudeldorf, umgesetzt. Zehn Tag- und Nachtkameras mit externem Infrarotstrahler ermöglichen es jetzt, den Park rund um die Uhr zu überwachen. Eine intelligente Kamerasoftware erkennt Personen, die sich unerlaubt Zutritt zum Solarpark verschaffen und schlägt Alarm bei der Überwachungsleitstelle, deren Personal dann entsprechend eines vorgegebenen Interventionsplans schnell handeln kann. Die Installationsdauer für das komplette System betrug acht Tage. Insgesamt hat das Team von PFALZSOLAR hierfür 1.000 Meter Kabelgraben errichtet und rund 3.500 Meter Kabel verlegt. Mario Brüders, Vorstand der Südeifel Strom e.G., ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Aufgrund der geographischen Lage war der Solarpark vor der Nachrüstung der Kameraüberwachung stark diebstahlgefährdet. Jetzt fühlen wir uns sicher und gut auf einen etwaigen Diebstahlversuch vorbereitet – wenngleich wir natürlich hoffen, dass die Kameras selbst bereits eine ausreichend abschreckende Wirkung verursachen.“

Ein Schutz mittels Kameras und dazugehöriger Software ist übrigens nur eine von mehreren Möglichkeiten, um Solarparks gegen Diebstahl abzusichern. Die Pfalzwerke-Tochter PFLAZSOLAR betreibt bereits seit 15 Jahren Photovoltaikanlagen unterschiedlicher Größenordnungen, darunter auch einen der ältesten Solarparks in Rheinland-Pfalz, und hat sich mit dem Thema Diebstahlschutz in zahlreichen nationalen und internationalen Projekten auseinander gesetzt. „Als O&M Dienstleister sind wir für ein Anlagenportfolio von mehr als 170 MWp verantwortlich sowie für einen Eigenbestand von rund 20 MWp. Einige unserer Kunden tragen sich heute mit dem Gedanken, eine Parküberwachung nachzurüsten. Wir gehen davon aus, dass die Beratung und Realisierung von individuellen Lösungen zur Nachrüstung für unseren Geschäftsbereich Operations & Maintenance in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnt“, so Kercher: „Optimal ist es natürlich, wenn bereits vor der Inbetriebnahme eines Solarparks ein zum Standort passendes und wirtschaftliches Sicherheitskonzept vorliegt. Als Projektentwickler und EPC- Dienstleister (Engineering, Procurement, Construction) spielt das für uns deshalb schon in einer frühen Planungsphase eine wichtige Rolle.“